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These: Abgehobenheit der Poltitiker führt zu Realitätsverlust oder Missachtung

Ich erinnere mich noch an Berichte über eine Bundestagsabgeordnete, die in einem Interview sinngemäß meinte, es sei ja schon schwer, mit ihren 5 Kindern von ihren Diäten in Höhe von rund 7.000 Euro netto über die Runden zu kommen – aber zum Glück habe ja ihr Mann einen guten Job. Damals sah ich das noch als einen Einzelfall von Realitätsverlust, über den man lachen kann – wenn auch bitter.

Aber als ich die diesjährige Rede von Frank Walter Steinmeier zum politischen Aschermittwoch hörte, wich das Lachen einer echten Verärgerung:

„Diese Wirtschaftskrise, die kann uns zurückwerfen. Kurzarbeit und Lohnabzüge, das haben wir jetzt schon. Und abends in den Familien, da gibt es auch schon das Gespräch darüber, ob das Geld, was man sich zurückgelegt hat, ob das reichen wird, um die Wünsche der Kinder zu erfüllen, die Raten für die Eigentumswohnung zu bezahlen. Und die schleichende Sorge um den Arbeitsplatz, auch die gibt’s inzwischen wieder in einigen Familien. Sorgen, die vor einigen Monaten noch weg waren, die jetzt wieder da sind.“

Das aus dem Munde des Kanzlerkandidaten der SPD – also eigentlich der Partei, die für den einfachen Arbeiter wählbar sein sollte. Dabei hätte ich diese Aussage selbst aus dem Munde eines CDU- oder FDP-Politikers für einen Skandal gehalten. Anscheinend können sich in Herrn Steinmeiers Augen einfache Angestellte und Arbeiter eine Eigentumswohnung leisten. Also ich kennen keinen „Arbeiter“ ohne Führungsposition, der das kann, schon gar nicht mit Familie. Und die Wünsche der Kinder zu erfüllen wäre für einfache Arbeiter wirklich großartig – aber es ist vermutlich erstmal wichtiger, auf die neue Waschmaschine zu sparen, weil die alte schon 10 Jahre alt ist und leckt.

Und wer heutzutage ist sich jemals seines Jobs sicher? Diese Sorge war auch vor einigen Monaten nicht „weg“. Ist die Abgehobenheit unserer Politiker wirklich schon so weit gediehen?

Oder schlimmer: sind all jene, die sich keine Eigentumswohnung leisten können, so irrelevant und so abgeschrieben, dass ein führender SPD-Politiker es wagt, „Sorgen der Bevölkerung angesichts der Wirtschaftskrise“ so zu charakterisieren wie in dieser Rede?

Rund 20% der Wahlberechtigten leben von ALG II oder von Niedriglohnjobs. Und selbst wer etwas besser dasteht, ist noch ein gutes Stück davon entfernt, sich eine Eigentumswohnung leisten zu können. Ist also ein Viertel der Wahlberechtigten egal?

Ich erneuere meine Forderung, dass jeder, der ein politisches Amt bekleiden will, mindestens zwei Jahre auf Hartz IV-Niveau gelebt haben sollte. Oder als Niedriglohnarbeiter. Damit er oder sie weiß, was das heißt.

Video der Rede von F.W. Steinmeier auf Phoenix:
http://bibliothek.phoenix.de/videobeitrag,271.html
zitierte Passage etwa bei Minute 5.00

1.3.09 16:40
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Tom / Website (6.3.09 18:49)
Ja, 1/4 der Wahlberechtigten ist egal, denn es geht gar nicht wählen und wählt somit automatisch den Wahlsieger.
Ja, Politiker sind abgehoben, nicht alle aber die Mehrheit kann man so bezeichnen. Das ändert aber nix daran dass sie über Dinge entscheiden von denen sie nur hören und kaum etwas wissen. Siehe Gesetzgebung, Gesetzesinitiativen zum protokollieren des Telefon und Internetverhaltens, um nur mal ein Beispiel zu nennen.
Leider ist die SPD nicht mehr die Partei des Arbeiters sondern eher des sozialdenkenden (nicht unbedingt handelnden) Angestellten mit minderer Führungsposition. Das erklärt jedenfalls ihre Politik, die schlechten Wahlergebnisse (so viele Menschen in dieser Position gibt es nun auch nicht).
Das Blöde ist nur, es gibt keine wirkliche Alternative die was dem Ganzen entgegen zu setzen hat. Es sind eben nicht gerade die besten Zeiten und sie werden nicht besser durch fehlende Alternativen. Ein Steinmeier als Kanzler ist auch nicht besser als das Markel was wir haben. Oh, sorry heißt ja Merkel und von einer Frau hab ich eigentlich mehr erwartet, egal mit welchem Parteibuch.
Zeit für Veränderungen!

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