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These: Die Börse pervertiert zum Wirtschaftskiller

Zu Beginn der industriellen Revolution in Deutschland entstand der Begriff der Aktie. Sie hatte den Zweck, Menschen mit Geschäftsideen und Menschen mit dem dazu notwendigen Startkapital zusammenzubringen.  Der Ideenbringer erhielt das Geld, um ein Geschäft aufzuziehen, es verblieb in den Geschäft als Grundkapital und der Aktionär erhielt seine Dividende, wenn das Geschäft Gewinn abwarf.

Auch das war schon kritisch, denn die Aktionäre erhielten, je nach eingesetzter Kapitalmenge, Mitspracherecht. Und ihr einziges und meist leider kurzfristiges Interesse, war, ihre Dividende zu erhöhen. Was praktisch jeder Investition und jeder Lohnerhöhung entgegenstand. Von „Couponschneidern“ sprechen die Karikaturen jener Zeit und zeigen dickbäuchige Zigarrenraucher, denen wichtiger ist, den Gegenwert für ihren Dividendencoupon einzutreiben, als den Arbeitern, die die Gewinne erwirtschafteten die Arbeitsplätze zu erhalten. Das war schlimm genug, ließ aber ein gewisses Interesse am grundsätzlichen Fortbestehen des Unternehmens übrig – damit auch noch der nächste Coupon wieder eingelöst werden konnte.

Heute ist die Dividende nur noch ein Teil der Rentabilitätsberechnung einer Aktie. Mindestens genau so wichtig ist der Kurs der Aktie. Also deren Preis an der Börse.

Wie unberechenbar die Börse ist, konnten wir in den letzten Jahren zur Genüge beobachten. Ein Markt mit ganz eigenen Mechanismen und Regeln, die längst nicht mehr rational und nur zu leicht manipulierbar sind.

Ein Markt, an dem ein Unternehmen kaputt gehen kann, nur weil ein respektierte Börsenhändler das Gerücht in die Welt gesetzt hat, das Unternehmen stünde kurz vor der Insolvenz. Eine selbst erfüllende Prophezeiung, denn wenn genug Aktienbesitzer das glauben und rasch verkaufen, stürzt die Aktie in Nu ins bodenlose, der Unternehmenswert sinkt, das Unternehmen hat keine Sicherheiten für seine Kredite und die Produktion kommt ins Stocken. Praktisch ohne Rücksicht auf dessen Geräte, Wirtschaftskraft und Leistungsträger. Aus. Vorbei.

So ähnlich wie bei der Scheffler Gruppe jetzt, die sich mit dem Continental-Kauf übernommen und dann eben das „Pech“ gehabt hat, in die Finanzkrise hineinzurutschen.

Hinzu kommt die hysterische Reaktionsgeschwindigkeit, die durch die Kursspekulanten noch forciert wird. Früher konnte ein sinkender Aktienwert die Anleger ärgern. Aber das Unternehmen bestand zunächst weiter, und dessen Führung musste die Maßnahmen erläutern, mit denen es der Krise entgegenwirken will. Heute ist das Unternehmen praktisch schon nicht mehr existent, bevor die Führung sich auch nur äußern kann.

Weiterhin hinzu kommen Heuschrecken, die Unternehmen herabwirtschaften, weil sie nicht mehr nur ihre eigenen Kosten mit angemessenem Gewinn erwirtschaften mpssen, sondern auch noch die überteuerten Kreditzinsen, mit denen die Heuschrecken die Unternehmen gekauft haben und die Dividendenansprüche der sogenannten "Investoren". (Die ich eher als Vampire bezeichnen würde.)

Hinzu kommen Leerverkäufe, bei denen gliehene Aktien zu hohen Preisen verkauft werden, mit der Hoffnung, dass die Kurse fallen und dann die bereits verkauften Aktien billig eingekauft werden können.Eine "Hoffnung" der - siehe oben - durch gezielte Gerüchte auf dem sensiblen Aktienmarkt tatkräftig nachgeholfen werden kann.

All das ist nur möglich durch den Börsen- und Finanzmarkt, so wie er heut funktioniert. Das, was einmal die Wirtschaft ankurbelte, wird heute deren Untergang.

15.2.09 18:25
 


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