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These: Es fehlt die richtige Partei für die Mangelleidenden

Welche Partei könnte denn für das gestern beschriebene Wählerpotential interessant sein?

Die CDU, deren „U“ wohl eher für „Unternehmerpartei“ als für Union stehen sollte.

Die SPD, die sich immer weiter von dem „sozial“ in „sozialdemokratisch“entfernt?

Die Linke, die trotz (oder wegen) ihres brillanten Dr. Gysi noch immer den stasi-nistischen Geruch der SED-Nachfolge anhaften hat?

Die Grünen, die inzwischen die Partei derer ist, die sich Ökogemüse von ihren gehobenen Gehältern locker leisten können und deren Farbe vielleicht schon bald nicht mehr das Grün der Natur sondern das Grün des Islam ist?

Die FDP, deren Liberalismus und Marktglaube trotz der täglich erfahrbaren Unmenschlichkeit der Marktmechanismen ungebrochen ist?

Kein Wunder, dass gerade die im Mangel lebenden zu Nichtwählern werden. Und damit leider, leider immer stärker denen das Entscheidungs-Feld überlassen, die ein Interesse daran haben, dass sie leiben wo sie sind: Am Rande der Gesellschaft.

28.1.09 21:55


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These: ALG - und Niedriglohnempfänger als Wählermacht

Wahlberechtigte in Deutschland
zur Bundestagswahl 2009: 61,8 Millionen.

ALG I Leistungsberechtigte März 2008 :1.059.979
ALG II Leistungsberechtigte März 2008 :5.153.034
Sozialgeld Leistungsberechtigte März 2008 : 1.933.095
= 8.146.108 Leistungsberechtigte März 2008

Ungefähr 6,5 Millionen abhängig Beschäftigte arbeiten im Niedriglohnbereich – das heißt für weniger als 50% des mittleren Einkommens in Deutschland.

Prozentsatz der Leistungsberechtigten
an den Wahlberechtigten: rd. 13%

Prozentsatz der im Niedriglohnbereich arbeitenden
an den Wahlberechtigten: rd. 10%

Da es zwischen diesen beiden Gruppen eine Schnittmenge gibt, die sogen. Aufstocker, kann man beide nicht einfach addieren. Außerdem könnte ein gewisser Anteil der Leistungsberechtigten nicht wahlberechtigt sein. Dennoch dürften es inzwischen um 20% der Wahlberechtigten in Deutschland sein, die im Mangel leben.

Nur leider hat dieses Wählerpotential andere Sorgen, als sich politisch zu engagieren. Sehr praktisch für die Parteien an der Macht: Wer so beschäftigt damit gehalten wird, seinen eigenen Mangel zu verwalten, der hat keine Zeit, seine Wählermacht zu erkennen und seine politischen Interessen zu vertreten.

Hoffentlich ist derjenige, der es vielleicht irgendwann versteht, dieses Wählerpotential zu mobilisieren, ein demokratischer Mensch...

27.1.09 21:50


These: Armut ist auch in Deutschland Armut

„Luxus-Arme“ in Deutschland ist ein Schlagwort,  das die Medien gern mal durch die Kabel schicken. Sicher, in Deutschland kann man auch ohne Job in einer warmen Wohnung mit ordentlichen sanitären Verhältnissen wohnen, einigermaßen satt werden und muss auch nicht in zerfetzten Lumpen herumlaufen.

Aber andersherum ist es auch nicht ohne weiteres  möglich, sich irgendwo in der Landschaft eine Hütte selbst zu bauen, im Wald Früchte und Feuerholz zu sammeln und auf ein paar Quadratmetern öffentlicher Wiese einen Gemüsegarten anzulegen. Man kann nicht einfach Hühner zur Selbstschlachtung halten – bei letzterem könnte man sogar Ärger mit dem Tierschutz und dem Gesundheitsamt bekommen. Selbst das Sammeln von Müll in den Hinterhöfen der Supermärkte und Baumärkte gilt meist als Landfriedensbruch oder gar Diebstahl. Das alles ist verboten oder zumindest reglementiert.  Also muss man – sofern man den Rahmen der Legalität nicht verlassen will - alles mieten oder kaufen. Selber sammeln oder machen ist kaum möglich oder kostet oft nicht weniger  als kaufen.

In sofern sind es der Staat, die Gesellschaft und auch die Wirtschaft, die das Niveau der Armut in Deutschland vorschreiben. Ein ALG II Empfänger erhält auch bei uns im reichen Deutschland nur gerade so viel Geld, dass er überleben kann. Armut ist deshalb nicht nur ein Zustand der Unterversorgung – sondern auch der Unfreiheit. Denn ohne frei verfügbares Geld (und zur freien Verfügung bleibt bei ALG II wie oben beschrieben nichts) sinkt auch die Menge der frei verfügbaren Möglichkeiten zur Bildung, zum Sport oder selbst noch zum politischen Engagement. Und man bedenke: Es gibt leider viele Menschen, deren Einkommensniveau trotz Vollzeit-Arbeit nicht viel höher ist als ALG II.

26.1.09 14:11


Teil 3: Wirtschaft ist für Menschen da

An die Stelle der gemeinschaftlichen Verbesserung der Versorgung ist ein abstraktes Gewinnstreben getreten, bei dem „Personalkosten“ ein Übel sind, das so weit wie irgend möglich zu vermeiden ist. Die vorhandenen Arbeitskräfte werden mithilfe des Drucks eines Überangebots an Arbeitskräften bis zum Burnout getrieben, die Produktivität pro Mitarbeiter wird erhöht, die Weitergabe der Produktivitätsgewinne an die Mitarbeiter wird aber so weit wie irgend möglich vermieden.

Eines wird dabei allerdings deutlich: Dass die Manager der Unternehmen selbst etwas an dieser Verkehrung der Werte in der Wirtschaft ändern, ist mehr als unwahrscheinlich. Gesellschaft und Politik  müssten hier den Anfang machen, auf ganzer Breite und in ganzer Tiefe, um überhaupt irgendeinen Druck auf die Wirtschaft ausüben zu können.

Doch die reichen Politiker wollen ihre Aktiendividenden und Kursgewinne behalten und die einfachen Bürger erziehen ihre Kinder so, wie sie es selbst gelernt und erfahren haben: „Hilf Dir selbst, sonst hilft Dir niemand. Lebe in Angst vor der Arbeitslosigkeit und leiste deshalb immer mehr als von Dir verlangt wird, um später entlassen zu werden als Dein Kollege. Schau, dass Du und die Deinen gut durchkommen, Gemeinsamkeit ist etwas für die anderen. Nimm immer so viel Du kannst, sonst nimmt es ein anderer.“

Das ist im Kleinen nicht viel anders als die Spielsucht der Superreichen – nur auf existenziellem Niveau. Und genau deshalb ebenfalls unglaublich schwer zu ändern. Wo bei den Reichen der Druck zur Einsicht fehlt, zerschlägt die Existenzangst bei den anderen den Mut zur Änderung.

Vielleicht noch ein Grund, der die erste These dieses Blogs stützt: Die Reichen haben ein Interesse daran, dass es eine breite untere Schicht gibt, die in dieser Existenzangst gefangen ist.

20.1.09 22:06


Teil 2: Wirtschaft ist für Menschen da

Aktien sind eine gute Idee gewesen,  als sie entstanden sind: Die brachten Menschen mit Unternehmenskonzepten mit Menschen mit Geldüberschüssen zusammen und sorgten so dafür, das neue Dienstleistungen und technische Erfindungen mit neuen Unternehmen vermarktet werden konnten.  Dafür erhielten die Geldgeber dann Dividenden, also Gewinnbeteiligungen.

Ein Problem war von Anfang an, dass die Aktionäre üblicherweise ein höheres Interesse an der Dividendenausschüttung hatten als an Investitionen, um das Unternehmen langfristig zu sichern. Heute ist außerdem der Aktienkurs maßgeblich. Produktion und Aktie sind zum großen Teil entkoppelt. Der Aktienkurs ist ein Preis, der immer mehr von Trends, Prognosen, politischen Entscheidungen und schlicht Manipulationen weniger Aktienfachleute abhängt.

So wird die Unternehmensbeteiligung zum Gegenstand eines spannenden Glückspieles namens Finanzmarkt, bei dem vollkommen ausgeblendet wird, dass dort mit den Leben von Mitarbeitern gespielt wird. Dabei war es doch gerade das, um das es mal ging beim wirtschaften: Die Arbeitsteilung zur Verbesserung der Versorgung aller!

19.1.09 20:34


These: Wirtschaft ist für Menschen da – nicht umgekehrt
(Teil 1)


Wie ist eigentlich die Wirtschaft entstanden? Als Arbeitsteilung.  Der eine sucht Beeren, dafür jagt ein anderer Kaninchen und zum Abendessen gibt’s Kaninchen und Beeren für beide.

 Der nächste Schritt ist die Tauschwirtschaft,  um die Arbeitsteilung ausweiten zu können: Ein Mann im nächsten Dorf kann sehr gut Schuhe fertigen, deshalb bringen ihm die anderen Nahrungsmittel, damit er sich darauf konzentrieren kann, für sie gute Schuhe zu machen.

Irgendwann später wurde die Tauschwirtschaft vereinfacht, indem statt der Waren und Leistungen Symbole für deren Wert getauscht wurden. Das Geld. Aber immer noch war dieses Geld kein Selbstzweck.  Und Reichtum stand noch immer dafür, seinen Familienmitgliedern und sich selbst Sicherheit und eine gute Versorgung zu bieten.

Aber wo liegt die Motivation heute? Wenn den Millionen nur noch mehr Millionen hinzugefügt werden. Wenn das Geld, das zur persönlichen Verwendung gebraucht wird, der kleinste Teil eines Vermögens ist? Und die Unternehmen, die das Vermögen schaffen und darstellen nur noch in Form von Wertpapieren präsent sind?

Kann es auf diesem Niveau noch ein Gefühl der Verantwortung  für die Menschen geben, die als Mitarbeiter von diesen Unternehmen abhängig sind?

Anscheinend nicht.

(weitere Teile folgen)

18.1.09 15:02


These: Konjunkturpakete sollen Sozialpakete verhindern

Die Medien sind voll davon; Das zweite Konjunkturpaket ist beschlossen. Und wem kommt es zu Gute? Der Ober- und Mittelschicht. Und das auch in einem Maße, das bei den Nutznießern keine Konsumfreude sondern nur ein Achselzucken auslöst.

Aber vielleicht geht es auch gar nicht "nur" darum, die Konjunktur zu stützen. Sondern jetzt die Gelder, die zu mobilisieren sind, auszugeben. Damit dann, wenn die Auswirkungen der Wirtschaftskrise richtig spürbar werden, kein Geld mehr für soziale Ausgaben da ist. Dann können die Löhne noch weiter sinken und der Druck auf die, die Jobs mit einem anständigen Verdienst haben, noch verstärkt werden. Die Unternehmen sparen, die Unternehmer und Aktionäre gewinnen und der kleine Mann bleibt auf der Strecke.

15.1.09 21:05


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